Sie sind hier: Startseite » Lexikon » Lexikon-H
Logo

Hämatom
Bluterguss: Blutung unter die Haut, in das Bindegewebe, die Muskulatur, in Gelenke usw. Ein frischer Bluterguss ist manchmal blaurot unter der Haut zu sehen („blauer Fleck").Ein größerer, oberflächlicher B. kann sich deutlich vorwölben („Beule"). Ursachen: Gefäßzerreißung durch entsprechende Gewalteinwirkung oder ungewöhnliche Blutungsbereitschaft des Organismus.

Haferzellkarzinom
kleinzelliges Bronchialkarzinom aus zytoplasmaarmen Zellen, deren Kern von runder bis spindliger Form ist = Haferkornzellen

Hagelkorn
Chalazion; eine etwa erbsgroße, gerötete Schwellung im Bereich des Augenlides. Ein H. entsteht durch die chronische Entzündung einer Talgdrüse.

Halbseitensyndrom
Krankheitserscheinungen, die sich weitgehend auf eine Körperhälfte beschränken, z.B. halbseitige Wachstumsverzögerungen, halbseitiger Riesenwuchs.

Halluzination
Sinnestäuschung mit Realitätscharakter, die nicht durch äußere Sinnesreize hervorgerufen wird. Die sog. komplexe H. kann mehrere bzw alle Sinne betreffen. Kommt vor z.B. bei Hirnreizungszuständen (etwa bei Epilepsie, Hirnverletzungen, Vergiftungen, nach Einnahme von Halluzinogenen) sowie bei Psychosen.
Akustische Halluzination ist die häufigste Form der H. und äußert sich als Stimmenhören oder auch als gehörtes Flüstern.
Gustative Halluzination bezieht sich auf das Geschmackserleben.
Haptische Halluzination bezieht sich auf die Hautsinne und äußert sich als Prickeln, Stechen, Elektrisieren, Krabbeln etc. auf der Haut
Kinästhetische Halluzination äußert sich als Bewegungen, die als aufgezwungen empfunden werden.
Olfaktive Halluzination bezieht sich auf das Geruchsempfinden, das in den meisten Fällen negativ ist (unangenehme Gerüche, Gestank etc.).

Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde
Abk: HNO ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit Erkrankungen der Ohren, Nase, Mundhöhle, des Rachens, Kehlkopfes, der oberen Luft- und Speiseröhre sowie des Halses (ohne Schilddrüsen) befasst. Doch auch Bereiche wie Störungen von Stimme, Sprechen und Sprache sowie Diagnoxtik von Gleichgewichts-, Hör- und Geschmackssinn gehören zur HNO.

Halteapparat
Bänder, die ein Organ (z.B. die Blase) stützen.

Halteübung
Isometrische Muskelanspannung ohne Bewegungsausschlag.

Haltungsschaden
Fehlhaltung , entstanden durch mangelnde oder unvollkommene Korrektur eines Haltungsfehlers. Schäden dieser Art treten vor allem bei angeborenen Skelettentwicklungs-Störungen und/oder durch den Längenwachstumsschub während der Pubertät auf. Leichte Formen der H. entstehen durch zu schwach entwickelte Muskeln und Bänder. Schwere Formen betreffen die Wirbelsäule. Entsprechende Krankheitserscheinungen sind z.B. Hohlkreuz, Formveränderungen der Wirbel, Muskelschwäche, Wirbelsäulenverkrümmungen ( Skoliose = seitliche Verbiegung der WS, Kyphose = Rundrücken, Buckel).

Hamburg-Wechsler-Intelligenztest
Diese Tests gehen zurück auf das Intelligenzkonzept von David Wechsler (geb. 1896, Psychologe, New York) und gehören zu den am häufigsten angewendeten Intelligenztests. Sie testen Wissen, Wortreichtum und Wortverständnis, Merkfähigkeit, Kombinationsvermögen usw, aber auch seelische Komponenten. Es handelt sich um eine Kombination von sprachlichen und sprachfreien Handlungstests. Hierbei gibt es zwei Konzepte, das eine für Erwachsene („HAWIE"), das andere für Kinder („HAWIK").

Hämoblastose
krebsartige Entartung der Blutstammzellen mit akutem Verlauf; z.B. Leukämien, i.w.S. auch bösartige Tumoren des Lymphgewebes (Lymphome), Plasmozytom (vom Knochenmark ausgehende Tumorerkrankung), Lymphogranulomatose ( Lymphknotenkrebs).

Hämophilie
H. ist eine an das X-Chromosom gebundene Erbkrankheit, bei der die Blutgerinnung gestört ist. In erster Linie sind Männer von dieser Krankheit betroffen. Frauen erkranken seltener daran, da ihr zweites X-Chromosom in der Regel unverändert ist. Sie geben das kranke Gen jedoch weiter (= Genträgerinnen/Konduktorinnen).

Handicap
Nachteil, Hindernis; auch: Behinderung körperlicher oder geistiger Art.

Hasenscharte
Unvollständige oder vollständige Spaltung der Oberlippe; angeboren.

Hausstaubmilbenallergie
Überempfindlichkeitsreaktion gegen Eiweiße im Milbenkot. Häufige Symptome: Dauerschnupfen, Niesanfälle, Augenjucken, Ohrenjucken, Halsschmerzen, juckende oder anschwellende Nasen- oder Rachenschleimhaut. Die H. kann Verursacher eines Asthma bronchiale oder atopischen Ekzems sein.

HAWIK
Abk.: Hamburg-Wechsler-Intelligenztest für Kinder.

Hebamme
Geburtshelferin, nach gesetzlichen Bestimmungen ausgebildet und geprüft. H. betreuen Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen sowie Neugeborene und sind zur Geburtshilfe berechtigt. H. arbeiten in Kliniken, aber auch in freien Praxen. Die Bezeichnung für Männer in diesem Beruf ist in Deutschland Entbindungspfleger, in Österreich Hebamme.

Hebephrenie
Eine Form von Schizophrenie, die zumeist im Jugendalter auftritt. Merkmale der H. sind affektive Veränderungen, Störungen im Antrieb und Denken. Bei den Betroffenen stellt man oft einen Entwicklungsknick fest, einen plötzlichen Leistungsabfall, soziale Isolierung. Da Jugendliche im Pubertätsalter häufig mit denselben Symptomen kämpfen, ist es schwierig, krankhafte von entwicklungsbedingten zu unterscheiden. Hebephrener Schizophrenie wird eine ungünstige Prognose gestellt. Sie führt meist zu einer schweren chronischen Persönlichkeitsstörung.

Hefen
Einzellige Pilze, die meisten zählen zur Abteilung der Schlauchpilze. Sie vermehren sich durch Sprossung oder Teilung. Zur Vermehrung benötigen sie Wärme, Feuchtigkeit und Kohlenhydrate (Zucker). Die bekanntesten Vertreter der Hefen sind Back- Wein- und Bierhefe. Zu den sog. Imperfekten Hefen zählt z.B. Candida, ein Pilz, der Soor (eine Hautkrankheit) verursacht.

Heilmittel, natürliche
Zu Heilzwecken verwendete natürliche Wasser, Gase, Heilerden natürlichen Ursprungs. Sie finden Anwendung z.B. in der Bädertherapie und benötigen den Status der staatlichen Anerkennung. Ohne Nachweis ihrer therapeutischen Wirksamkeit wird diese nicht erteilt.

Heilpraktiker
Berufsbezeichnung für jemanden, der die Heilkunde nach dem Heilpraktikergesetz berufsmäßig ausübt, kein Arzt. H. ist kein Lehrberuf, d.h. es gibt keinen vorgeschriebenen Ausbildungsweg. Der H. benötigt eine Erlaubnis, die die untere Verwaltungsbehörde im Einvernehmen mit dem Gesundheitsamt entscheidet.

Heilpraktikergesetz
Gesetz vom 17. Februar 1939. Es regelt die Voraussetzungen zur selbstständigen Ausübung der Tätigkeit als Heilpraktiker.

Heimlich-Handgriff
Benannt nach dem amerikanischen Arzt Henry Heimlich. Er erfand den Handgriff als Erste-Hilfe-Maßnahme bei Erstickungsgefahr. Der stehende Patient wird von hinten in der Zwerchfellgegend am Übergang zum unteren Rippenbogen mit verklammerten, zu Fäusten geballten Händen, umfasst und mit diesen mehrmals stoßartig gegen den Körper des Helfers gepresst. Liegt der Patient (Rückenlage), kniet der Helfer über ihm und drückt mit beiden Händen kräftig und stoßartig gegen das Zwerchfell. Durch das Stoßen und Drücken entsteht im Atmungssystem von Bronchien, Lungen und Luftröhre ein beachtlicher Überdruck, durch den der Fremdkörper nach außen befördert werden kann.

Helicobacter
Stäbchenförmiges Bakterium, das sich im Magen ansiedelt und gegen Magensäure resistent ist. H. kann chronische Infektionen (z.B. Magenschleimhautentzündungen) und Magengeschwüre hervorrufen.

Hepatitis
Leberentzündung. Man unterscheidet mehrere Formen: die häufigsten Ursachen sind Virusinfektionen (meist hervorgerufen durch Hepatitisviren). Es gibt auch die toxische H., die sich nach übermäßigem Alkoholkonsum, durch Medikamente, Chemikalien und bei Vergiftungen einstellen kann. Eine stoffwechselbedingte H. ist z.B. die Autoimmun-H. Die Symptome einer Virus-H. sind zunächst sehr uncharakteristisch. Im Vorstadium treten Mattigkeit, Übelkeit, Appetitstörungen sowie Magen- und Darmbeschwerden auf. Nach ca. 2 Wochen setzt Gelbsucht ein, die Leber ist schmerzhaft und vergrößert. Je nach Verlauf kann die akute Virus-H. in ein chronisches, unheilbares Leberleiden übergehen.

Herpes
Hautausschlag mit Bläschenbildung. H. wird von zwei unterschiedlichen Viren, dem Herpes-simplex-Virus 1 (HSV 1) und dem Herpes-simplex-Virus 2 (HSV 2) verursacht. HSV 1 ist der Erreger, durch den vor allem Herpesbläschen im Gesicht auftreten; an Lippen, Augen, Ohren (Herpes labialis). HSV 2 ist Verursacher von Genitalherpes (Herpes genitalis).

Herpesviren
Die Familie der Herpesviren beseht aus über 90 verschiedenen Virentypen, wovon nur vier beim Menschen aktiv werden und zu unterschiedlichen Erkrankungen führen; z.B. Lippen-Herpes, Herpes genitalis, Windpocken (bei Reaktivierung Gürtelrose), Pfeiffersches Drüsenfieber. H. sind behüllte Viren, umgeben von einer Doppelmembran. Ein besonderes Merkmal ist ihre Fähigkeit zur Persistenz, d.h. nach einer Erstinfektion verbleiben sie lebenslang im Körper, genauer in Nervenknoten (Ganglien), ohne dass sich Anzeichen einer Erkrankung zeigen. Allerdings können sie sich von Zeit zu Zeit reaktivieren. Das geschieht vor allem dann, wenn das Immunsystem des Körpers z.B. durch eine Infektion geschwächt ist. Dann können die Viren entlang der Nervenzellen zur Hautoberfläche wandern, wo sie die typischen Bläschen verursachen.

Herzbeutel
Der Herzbeutel (Perikard) ist ein bindegewebiger Sack, der das Herz umgibt. Er besteht aus zwei Schichten, zwischen denen sich Flüssigkeit befindet. Diese ermöglicht eine reibungslose Herzbewegung.

Herzinsuffizienz
Akut oder chronisch geschwächte Pumpenfunktion des Herzens, das bei Belastung (Belastungs-Insuffizienz) oder schon in Ruhe (Ruhe-Insuffizienz) die für den Stoffwechsel erforderliche Blutmenge nicht weiter transportieren kann. Herzfrequenz, Kontraktilität und Schlagvolumen können durch die geschwächte Pumpenfunktion ein normales Herzzeitvolumen nicht aufrechterhalten.

Herzklappen
Das menschliche Herz besitzt vier Klappen, die als Ventile wirken und einen Rückstrom des Blutes in die falsche Richtung verhindern. Zwei Herzklappen befinden sich zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern. Zwei weitere Klappen befinden sich dort, wo die Aorta auf der linken Herzseite und die Lungenschlagader auf der rechten Herzseite an die Herzkammern anschließen. Man spricht von einem Herzklappenfehler, wenn eine der Herzklappen defekt ist. Das häufigste Anzeichen: Atemnot bei körperlicher Belastung.

Herzklappenfehler
Jeweils zwei Herzklappen in der rechten und linken Herzhälfte sorgen dafür, dass das Blut ohne Rückstau in eine Richtung fließt. Schließt eine Herzklappe nicht mehr richtig, so liegt eine Herzklappeninsuffizienz vor. Wenn eine Herzklappe durch Erkrankung zu eng geworden ist, so liegt eine Klappenstenose vor. Herzklappenfehler werden in erster Linie durch Ultraschalluntersuchungen des Herzens diagnostiziert.

Herzmuskelentzündung
Wird Herzmuskelentzündungen genannt, da das Herz ein Muskel ist. Der Fachbegriff lautet Myokarditis. Sie entsteht oft nach einer Grippe, meistens einer viralen Infektion der oberen Atemwege. Entzündungen des Herzens können einen sehr schweren Verlauf nehmen und chronisch werden. Darum ist zu raten, unbedingt einen Facharzt aufzusuchen.

Herzmuskelschwäche
Myokardinsuffizienz; s.a. Herzinsuffizienz

Herzrhythmusstörungen
Bei HRS ist die normale Herzschlagfolge gestört. Gesunde spüren manchmal ein Herzstolpern, ein kurzzeitiges Aussetzen eines Herzschlages oder auch Extraschläge. Herzrasen oder starkes Herzklopfen sind auch Symptome von HRS, die aber nicht krankhaft sein müssen, wenn das Herz nicht vorgeschädigt ist. Psychische Belastungen, Angst und Stress u.a. können HRS auslösen.

Herztransplantation
Transplantation eines biologisch noch aktiven Herzens von einem für tot erklärten Organspender zu einem Empfänger, dessen geschädigtes Herz durch das gespendete operativ ersetzt wird. Es gibt zwei Verfahren: das Herz des Empfängers wird ganz entfernt (orthotopes Verfahren) oder es bleibt im Körper, um das Spenderherz zu unterstützen (heterotopes Verfahren).

Heuschnupfen
Allergische Rhinitis, Pollenallergie, die je nach Region saisonal in Frühlings-, Sommer- und Herbstmonaten vorkommt. Auslöser sind zumeist Baum-, Gräser- oder Kräuterpollen. Durch Abwehrmoleküle des Körpers (Immunglobulin E) werden Entzündungen zumeist der oberen Luftwege hervorgerufen. Eine hohe Zahl von Begleiterkrankungen kann mit der Allergie einhergehen, so z.B. Atemwegserkrankungen wie Asthma und Sinusitis (Entzündung der Nasennebenhöhlen).

Hirnanoxie
Bezeichnung für Sauerstoffmangel (Anoxie) im Gehirn. Bei plötzlichem Auftreten einer H. wird der Patient innerhalb von wenigen Augenblicken bewusstlos. Es kann eine - evtl. tödliche - Lähmung des Kreislauf- und Atemzentrums auftreten. Eine chronische H. führt zu Hirnerweichung.

Hirnatrophie
Schwund des Gehirn-Nervengewebes, der das ganze Organ oder einzelne Neuronensysteme betreffen kann. H. kann genetisch oder enzymopathisch bedingt sein kann (primäre Degeneration). H. kann aber auch als sekundäres Geschehen verletzungs- vergiftungs-, entzündungsbedingt sein, bei Gefäßerkrankungen oder nach frühkindlicher Hirnschädigung auftreten. H. führt zu neurologischen Ausfallserscheinungen, Wesensänderung, Verlust der geistigen Leistungen (Demenz), evtl zu epiletischen Anfällen.

Hirnhautentzündung
Meningitis cerebralis, ist für gewöhnlich erregerbedingt, also eine Infektionskrankheit. Entzündet sind die schützenden äußeren Hüllen von Gehirn und Rückenmark, die Hirnhäute. Eine Meningitis kann lebensbedrohend sein, da die Entzündung sich in unmittelbarer Nähe des Gehirns und des Rückenmarks befindet. Bei Erwachsenen sind starke Kopfschmerzen das häufigste Symptom der H., oft auch verbunden mit Nackensteifheit, Fieber, Übelkeit, Überempfindlichkeit gegen Licht und laute Geräusche. Kinder zeigen im Krankheitsfall eher unspezifische Symptome wie Reizbarkeit und Benommenheit. Es gibt auch Formen der Hirnhautentzündung, bei denen kein bakterieller Erreger festgestellt wird; sie werden als aseptische Meningitis bezeichnet. Eine eindeutige Diagnose der H. kann durch eine Lumbalpunktion erfolgen. Dabei wird mit einer Injektionskanüle eine Liquorprobe zur Untersuchung aus dem Lumbalkanal entnommen. Eine H. wird in der Regel mit Antibiotika behandelt. Wird diese Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt, kann sie zu schweren Folgeschäden wir Taubheit, Epilepsie oder kognitiven Beeinträchtigungen führen. Gegen einige Formen der H. wird ein Impfstoff eingesetzt.

Hirnschaden, frühkindlicher
Schädigung des Zentralnervensystems zwischen dem 6. Schwangerschaftsmonat und dem 3. bis 6. Lebensjahr. Es handelt sich um Schädigungen, die weder in einem Verlauf fortschreiten noch können sie rückgängig gemacht werden. Zu schweren Hirnschäden können führen: länger andauernder Sauerstoffmangel vor, während oder nach der Geburt, bestimmte Infektionen, die die Hirnentwicklung des ungeborenen Kindes schädigen, eine schwere Neugeborenengelbsucht, Hirnblutungen bei Frühgeborenen, Schilddrüsenunterfunktion oder auch Jodmangel. Zu den Ursachen für bleibende Hirnschädigungen nach der Geburt zählen Schädel-Hirn-Verletzungen, Hirnhautentzündungen, in seltenen Fällen die Einwirkung von Giften wie Alkohol und Medikamente. Ein frühkindlicher H. kann nicht nur motorische Beeinträchtigungen in Bezug auf Koordination und Bewegungsabläufe nach sich ziehen. Auch andere Funktionen des Zentralnervensystems können beeinträchtigt sein. Störungen der Sinnesfunktionen können zu Blind- und Taubheit führen, die geistige Entwicklung kann sich in unterschiedlichem Ausmaß verzögern. Man kann auf keine heilenden Behandlungen zurückgreifen, da die Schädigungen i.d.R. irreversibel sind. Doch es werden Maßnahmen angeboten, die Symptome lindern und die Beweglichkeit verbessern können.

Hirsekorn
auch Hautgrieß, Grießkorn, Milie genannt, ist eine bis stecknadelkopfgroße, gelblich weiße, nidht entzündliche, mit Hornmaterial gefüllte Hautzyste. Milien treten vornehmlich im Gesicht, aber auch am gesamten Körper auf. Es handelt sich um keine Hauterkrankung, sondern lediglich um ein kosmetisches Problem. Bei Neugeborenen bilden Milien sich häufig im Gesichtsbereich und heilen ohne Behandlung innerhalb weniger Tage ab.

Hitzekollaps
Kreislaufstörungen durch starkes Absinken des Blutdrucks, hervorgerufen durch zu lange Aufenthalte und/oder übermäßige Anstrengung in der Hitze, die die individuelle Erträglichkeitsgrenze des Menschen überschreitet (Hitzeerschöpfung). Ältere Menschen und kleine Kinder sind besonders gefährdet. Bei den Betroffenen kommt es zu Schwindel, Kopfschmerzen, Ohrensausen, Flimmern vor den Augen, in schweren Fällen auch zu einer kurzen Ohnmacht und/oder Verwirrtheit.

Hitzschlag
Schwere Form einer Hitzeerkrankung. Ist der Körper bei hohen Umgebungstemperaturen nicht mehr in der Lage, genügend Wärme abzugeben und funktioniert die Schweißproduktion nicht mehr, entwickelt sich im Körper ein Wärmestau. Der Betroffene bekommt hohes Fieber über 40° C, der Puls rast, Schwindel und Bewusstseinstrübungen bis hin zur Ohnmacht können auftreten. Während beim Hitzekollaps durch die noch funktionierende Schweißproduktion die Haut feucht bleibt, ist diese bei einem Hitzschlag heiß und trocken. Ist der Blutdruck am Anfang noch normal, so fällt er später ab.

HIV
International gültige Bezeichnung seit 1986 = AIDS. Es handelt sich um eine erworbene Abwehrschwäche des Körpers, die durch das Virus (HIV >Human Immunodeficiency Virus<) verursacht wird. Nach einer Infektion mit dem HI-Virus zeigen sich nicht sofort Symptome der AIDS-Krankheit. Zwar ist das Virus im Blut sowie in anderen Körperflüssigkeiten, und der Betroffene gilt als HIV-positiv, doch dauert es einige Jahre, bis es zum Ausbruch der Krankheit kommt. Dann nämlich, wenn das Immunsystem so stark geschädigt ist, dass es sich nicht mehr gegen Krankheiten verschiedenster Art wehren kann. Dann spricht man von AIDS-krank. Tückisch ist, dass das Virus schon zwei Tage nach einer HIV-Neuinfektion an andere Menschen weitergegeben werden kann, der Nachweis von Antikörpern im Blut aber frühestens 10 - 12 Wochen danach möglich ist. Die Übertragung auf Andere erfolgt über Kontakt mit dem Blut, Speichel, Ejakulat bzw. Scheidensekret, aber auch Muttermilch.

HNO-...
Abk. für Hals-Nase-Ohren-...

Hodenaplasie
Das Fehlen eines Hodens oder beider Hoden bei vorhandener, doch unvollständiger Organanlage.

Hohlfuß
Fußfehlstellung mit ausgeprägter Wölbung der Fußsohle und hohem Rist. Man unterscheidet den Ballenhohlfuß, bei dem sich die Wölbung mehr im Bereich des Vorfußes befindet, und den Hackenhohlfuß mit der Wölbung im Rückfußbereich. In der Regel ist der H. die Folge einer neurologischen Erkrankung (z.B. Friedreich-Ataxie, Lähmungen, Nervenschäden der Fußmuskeln).

Hohlrundrücken
Haltungsfehler der Wirbelsäule infolge einer ausgeprägten Krümmung der Wirbelsäule nach innen (Lordose) im Lws-Bereich und einer verstärkten Krümmung der Wirbelsäule nach außen (Kyphose) im Bereich der Brustwirbel. Die Wirbelkörper werden aufgrund des Haltungsfehlers ungleich belastet, somit kommt es zu Rückenschmerzen und weiteren Haltungsschäden mit Veränderungen der übrigen Wirbelgelenke.

Holzschutzmittelsyndrom
Krankheitsbild, das sich nach jahrelangem Kontakt mit den Ausdünstungen von Holzschutzmitteln und deren Toxinen (z.B. Pentachlorphenol PCP, Formaldehyd, Lindan, Dichlor-Diphenyl-Trichloretan DDT) langsam entwickelt. Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwäche, Vergesslichkeit, Depression, Reizerscheinungen an Haut, Augen, Atemwegen, sowie Empfindungsstörungen an Händen, Füßen, Armen und Beinen treten auf.

Hörempfindungsstörung
Funktionsstörung im Bereich des Innenohrs (Schallleitungs- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit). Man kann nach angeborenen, erworbenen, aber auch nach vorübergehenden sowie permanenten Störungen unterscheiden.

Hörsturz
Plötzlich auftretende Innenohrschwerhörigkeit ohne erkennbare Ursache. Der Betroffene klagt über ein einseitiges, meist hochfrequentes Ohrgeräusch und Druckgefühl im selben Ohr. In der Folge tritt meist eine einseitige Minderung des Hörvermögens auf, die bis zur Ertaubung des Ohres führen kann.

Hörverarbeitungstraining
Das Hörverarbeitungstraining verbessert nicht nur die Funktionen des Ohres (das Hören). Denn ist die Hörfähigkeit eines Kindes gestört, hat das Auswirkungen auf Wahrnehmung, Merk- und Sprechfähigkeit und Kommunikation und kann somit negative Auswirkungen auf das Verhalten und die soziale Integration haben.

Homöopathie
Die Homöopathie ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode und wurde im 19. Jahrhundert auf der Grundlage der 1796 von dem Arzt Samuel Hahnemann veröffentlichten Verfahren entwickelt. Die Methode verfährt nach dem Prinzip: „Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden." Bei der Herstellung von Arzneimitteln werden Grundsubstanzen „potenziert", d.h. zu wiederholten Malen meist im Verhältnis 1:10 oder 1:100 mit Wasser bzw. Alkohol verschüttet oder mit Milchzucker verrieben. Das hahnemannsche „Ähnlichkeitsprinzip" wurde in klinischen Studien widerlegt. Seine Behauptung, die Prozeduren der „Potenzierung" von Substanzen könnten Heilungswirkung erzielen, entspricht keinen naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Somit bleibt die Homöopathie umstritten.

Horton-Syndrom
auch unter den Namen Clusterkopfschmerz, Histaminkopfschmerz bekannt. Betroffene klagen über extremste einseitige Schmerzattacken im Bereich von Auge, Stirn und Schläfe, die bei Clusterkopfschmerz meist periodisch stark gehäuft auftreten, so zu bestimmten Tageszeiten, z.B. nach der Mittagspause oder auch nachts. Die Attacken sind oftmals verbunden mit Tränenfluss, Rötung des Auges auf der vom Schmerz befallenen Seite und/oder Schwellung der Nasenschleimhaut. Die Bezeichnung Histaminkopfschmerz beruht auf der Tatsache, dass Schmerzattacken vom Histamin provoziert werden können.

Hospitalismus, infektiöser
Infektiöse Erkrankungen durch Hospitalkeime (resistent gewordene Krankheitserreger)

Hospitalismus, psychischer
auch Deprivationssyndrom genannt. Man versteht darunter die negativen psychischen Folgen eines lang andauernden Krankenhaus- oder Heimaufenthaltes durch mangelnde emotionale Zuwendung. Bei Kindern kann H. schon nach etwa drei bis fünf Monaten zu schweren Entwicklungsstörungen führen; z.B. Passivität, Rückstand in Sprache und Sozialverhalten, Retardierung etwa im Bereich der Intelligenz und Emotionalität sowie der sensomotorischen Aktivität.

Hüftdysplasie
Allgemeine Bezeichnung für eine Fehlstellung vom Hüftkopf zur Hüftpfanne, wobei das Pfannendach nicht voll entwickelt ist. Bei Babys kann die sogenannte „Nachreifungstherapie" durchgeführt werden. Es erhält eine Orthese, wodurch das Kind in eine abgeschwächte Beuge-Spreizstellung gebracht wird. In dieser Stellung wird bei Bewegungen das Pfannendach vom Druck des Hüftkopfes entlastet und kann nachreifen.

Hüftluxation, angeborene
Es wird unterschieden zwischen einer H., die sich auf Grund einer angeborenen und nicht entdeckten Hüftgelenkdysplasie entwickelt und einer H., die bereits bei der Geburt in Form einer Hüftkopfverlagerung noch hinten oben ausgeprägt ist, so dass der Oberschenkelknochenkopf nicht in der Beckenpfanne steht, sondern darüber am Darmbein.

Husten, spastischer
anfallsartiger Husten bei Verkrampfung der Atemwege, z.B. bei Asthma bronchiale, im Allgemeinen mit Atemnot verbunden als trockener Husten oder zähem, glasig erscheinendem Auswurf.

HWS-Syndrom
Bedeutet Schmerzen in der Halswirbelsäule. Betroffen sein kann die Gesamtbeweglichkeit der HWS oder eine segmentale Beweglichkeit bzw. Beweglichkeit zwischen zwei Wirbeln. Schmerzen in der HWS können auch auf einer statisch-muskulär bedingten Störung beruhen.

Hyperaktivität
siehe ADS/ADHS

Hypertonie
i.allg. bekannt als Bluthochdruck, i.d.R. arterielle Hypertonie (Hochdruck in den Arterien). Hypertonie kann aber auch eine Erhöhung des Drucks im Hirn oder der Muskulatur durch einen erhöhten Spannungszustand bei Krankheiten des estrapyramidal-motorischen Systems bedeuten.

Hypochondrie
Krankhafte Angst vor Erkrankung mit übermäßiger Selbstbeobachtung. Eine Form der somatoformen Störungen, bei der die Betroffenen davon überzeugt sind, u.U. schwer erkrankt zu sein, wobei sich durch eingehende körperliche Untersuchungen keine Verifizierung ergibt.

Hypotonie, arterielle
Niedriger arterieller Blutdruck mit Werten unter 105/60 mm Quecksilbersäule bei Erwachsenen. H. kann zu Schwindel, Müdigkeit sowie kalten Füßen, Ohnmachtsneigung, Blässe und Kühle der Haut führen.