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Idioglossie
Die Idioglossie ist die angeborene Form einer Sprachstörung im Sinne einer unverständlichen „Eigensprache" bei organisch intakten Sprechwerkzeugen und normalen geistigen Fähigkeiten. Kehl- und Gaumenlaute fehlen.

Idiosynkrasie
Überempfindlichkeit (angeboren oder erworben) gegenüber bestimmten Stoffen mit Anzeichen einer klassischen allergischen Reaktion, doch ohne einen Nachweis für eine immunologische Reaktion. Häufigste Auslöser sind Arzneimittel und Lebensmittelzusatzstoffe.

Ileus
Ein Ileus ist ein Darmverschluss, eine komplette und dadurch lebensbedrohliche Unterbrechung der Darmpassage, sowohl im Dünndarm als auch im Dickdarm möglich. Man unterscheidet zwei Typen: 1. Beim paralytischen Ileus ist die Darmpassage durch eine Lähmung der Muskulatur gestört, d.h. die Nahrung kann durch Entfallen der rhythmischen Muskulaturbewegung im Darm nicht weiter transportiert werden.
2. Ein mechanischer Ileus liegt vor, wenn der Darm durch z.B. Tumore, Kotballen bzw. Verwachsungen nach Bauchoperationen von innen her verschlossen ist oder durch eine Struktur von außen abgedrückt wird. Auch ein Leisten- oder Nabelbruch kann durch Einklemmen von Darmanteilen in der Bauchwand zu einem Darmverschluss führen.

Immunabwehr
Das Immunsystem sorgt für eine Antigenabwehr, und so kommt es zu einer Immunreaktion. Die Immunabwehr verfügt über zwei verschiedene Mechanismen: Sie ist angeboren und daher in gewisser Weise erregerunspezifisch oder sie ist erworben und daher erregerspezifisch.

Immundefekt
Als Immundefekt bezeichnet man eine Störung der normalen Immunität des Organismus.

Immunisierung, aktive
Als aktive Immunisierung bezeichnet man eine Impfung mit dem Erreger, gegen den der Patient geimpft wird. Dadurch entwickelt das Immunsystem Antikörper, um den Erreger zu bekämpfen.

Immunisierung, passive
Die aktive Immunisierung ist die Zufuhr spezifischer Antikörper (Immunserum, Heilimpfung) zum Schutz vor Infektionen. Der Körper muss bei der passiven Immunisierung also selbst keine Antikörper bilden. Die passive Immunisierung wirkt nur ca. 3-4 Wochen, da die zugeführten Antikörper nach dieser Zeitspanne abgebaut werden.

Immunsystem
Das Immunsystem ist das biologisches Abwehrsystem des menschlichen Körpers. Ein intaktes Immunsystem sorgt dafür, dass der Körper aus eigener Kraft erfolgreich Krankheitserreger bekämpft, fremde Substanzen und eingedrungene Mikroorganismen entfernt sowie kranke körpereigene Zellen vernichtet werden.

Immuntherapie
Bei dieser Behandlungsform wird das Immunsystem beeinflusst, beispielsweise durch aktive oder passive Immunisierung, Hyposensibilisierung bei Allergien, Verabreichung von Immunglobulinfraktion bei Immundefekten.

Impfekzem
Ein Impfekzem ist eine nach einer Impfung auftretende Hauterkrankung.

Impfschaden
Ein Impfschaden ist ein im Zusammenhang mit einer Impfung entstandener Gesundheitsschaden, der über eine übliche Impfreaktion hinausgeht. Ein Impfschaden ist meldepflichtig und er ist entschädigungspflichtig, wenn sich als Ursache eine gesetzlich vorgeschriebene oder von einer Gesundheitsbehörde offiziell empfohlene Schutzimpfung herausstellt.

Infantilismus, physischer
Infantilismus ist eine Bezeichnung für den Verbleib auf kindlicher Entwicklungsstufe, in diesem Falle betrifft es die physische Ebene. Der Zustand des Gesamtorganismus oder einzelner Organe (-systeme) befindet sich im Missverhältnis zum Lebensalter, offensichtlich z.B. im Minderwuchs. Ursachen können verschiedene Grundleiden sein: z.B. genetische Schäden, Blut, Herz-, Lungen-, Nieren- und Lebererkrankungen, endokrine Störungen.

Infantilismus, psychischer
Psychischer Infantilismus ist das Verharren auf der Stufe kindlicher Denk- und Verhaltensweisen im Erwachsenenalter, u.a. erkennbar in Wesenszügen wie erhöhte Anschmiegsamkeit, mangelhafte Selbstständigkeit. Im Zusammenhang mit dem Fehlen einer altersentsprechenden Selbstkenntnis wird auch von sozialer und/oder emotionaler Unreife gesprochen. Betroffene Erwachsene können auch durch hemmungsloses, undiszipliniertes emotionales Verhalten, unüberwindbaren Trotz, Egozentrismus und/oder ungezügeltes Imponierverhalten auffallen.

Infarkt
Ein Infarkt ist ein schnell erfolgter Untergang (Nekrose) eines Organs oder Gewebes, dessen Ursache mangelnder Blutzufluss infolge einer Sauerstoffunterversorgung ist (z.B. Hirn-, Leber-, Niereninfarkt). Der Volksmund versteht Infarkt hinlänglich als Herzinfarkt, wobei die Herzkranzgefäße von einem Gerinnsel oder Krämpfen verschlossen werden. Der betroffene Muskelbezirk stirbt daraufhin ab.

Infekt, banal
Ein banaler Infekt ist eine harmlose Infektionskrankheit (z.B. Atemwege, Darm betreffend), die meist ohne medikamentöse Maßnahmen innerhalb weniger Tage wieder abklingt.

Infekt, grippal
Ein grippaler Infekt ist eine meist durch Viren verursachte fieberhafte Erkrankung mit Katarrh der oberen Luftwege.

Infektion
Umgangssprachlich: Ansteckung. Infektion bedeutet das Eindringen von Mikro-Organismen (z.B. Viren, Pilze, Bakterien, Parasiten) in einen Wirt (Makro-Organismus), wo Anhaftung und Vermehrung stattfinden. Im weiteren Sinn bezeichnet man inzwischen auch eine Infektionskrankheit als Infektion.

Infektionsschutzgesetz
Das Infektionsschutzgesetz ist ein Bundesgesetz zur Vorbeugung ansteckender Krankheiten beim Menschen, sowie zur frühzeitigen Erkennung von Infektionen und zur Verhinderung ihrer Ausbreitung. U.a. regelt es die Meldepflichten (z.B. feststellender Arzt an das zuständige Gesundheitsamt usw). Das Infektionsschutzgesetz legt die Rolle des Robert-Koch-Instituts für Forschung, Beratung und Koordination nationaler und internationaler Behörden und wissenschaftlicher Einrichtungen fest, wobei auch Meldungen vom Auftreten bestimmter Krankheiten anonymisiert an die Weltgesundheitsorganisation und das Europäische Netzwerk weiter gegeben werden. Weiterhin regelt das Infektionsschutzgesetz die Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten, die gesundheitlichen Anforderungen von Personal beim Umgang mit Lebensmitteln oder Krankheitserregern. Gemeinschaftseinrichtungen (z.B. Schulen) unterliegen besonderen Vorschriften ebenso wie Einrichtungen, die Verantwortung für den Wassergebrauch des Menschen tragen. Auch Schwimm- und Badebeckenwasser unterliegen besonderen Vorschriften.

Influenza
Die Influenza wird auch Virusgrippe oder „echte" Grippe genannt. Infektionskrankheit bei Menschen, hervorgerufen durch Viren der Gattungen Influenzavirus A oder B. Die Influenza tritt meist epidemisch, in größeren Zeitabständen auch pandemisch in den gemäßigten Zonen der Erde vorwiegend in den Wintermonaten auf. Die Ansteckung erfolgt über Tröpfchen, die Inkubationszeit kann wenige Stunden, aber auch mehrere Tage betragen. Die ersten Anzeichen einer Influenza sind starkes Frösteln oder Schüttelfrost, Fieber bis 40 Grad C, Kopf-, Gliedmaßen- und Brustschmerzen, ein hartnäckiger, trockener Husten, Pulsverlangsamung.

Infraschall
Infraschall sind Schallwellen unterhalb der unteren Hörgrenze (ab etwa 20 Hz).

Infusion
In den meisten Fällen intravenöse oder intraarterielle Gabe größerer Flüssigkeitsmengen, meist tropfenweise, z.B. Bluttransfusion.

Inhalation
Die Inhalation bezeichnet das Einatmen gasförmiger Wirkstoffe oder feinster, in Luft bzw. Gas zerstäubter Teilchen (Aerosoltherapie) zur Behandlung akuter und chronischer Atemwegserkrankungen.

Inkontinenz
Inkontinenz bezeichnet das Unvermögen, Harn oder Stuhl kontrolliert zurückzuhalten.

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit bezeichnet bei Infektionskrankheiten die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitssymptomen.

Innenohrschwerhörigkeit
Labyrinthschwerhörigkeit (Schallempfindungsstörung) mit unterschiedlichen Ursachen. Eine chronische Innenohrschwerhörigkeit kann ausgelöst werden durch langfristige Lärmbelästigung, wobei hohe Töne schädlicher sind als tiefe. Besonders starke direkte Verletzungen wie z.B. ein Bruch des Felsenbeins kann eine traumatische Innenohrschwerhörigkeit hervorrufen, ebenso indirekte Verletzungen wie das Knalltrauma (ausgelöst durch eine kurze Schalldruckwelle wie z.B. bei einer Explosion). Auch ein großer Unterdruck im Mittelohr kann das Innenohr schädigen. Innenohrschwerhörigkeit kann auch schon beim Neugeborenen auftreten. Es gibt eine vererbte Form, doch kann ein Innenohrschaden auch während der Schwangerschaft durch Rötelerkrankung der Mutter oder Alkoholmissbrauch entstanden sein. Eine Form frühkindlicher I. kann sich durch eine Mittelohrentzündung beim Neugeborenen einstellen. Andere Ursachen einer entzündlich bedingten I. in jedem Lebensalter können beispielsweise Mumps, Masern oder Borreliose sein, nämlich dann, wenn ihre Erreger über die Blutbahn in den Bereich des Innenohrs gelangen.

Innere Medizin
Die Innere Medizin ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit Prävention, Diagnostik, der konservativen und interventionellen Behandlung, Rehabilitation der Erkrankungen von Atmungsorganen, von Herz und Kreislauf, der Verdauungsorgane, der Nieren, des Blutes und blutbildender Organe, des Gefäßsystems, des Stoffwechsels, des Immunsystems, des Stütz- und Bindegewebes (rheumatologisch gesehen), sowie von Infektionskrankheiten, Vergiftungen und Alterserkrankungen beschäftigt. Die Weiterbildungszeit zum Internisten beträgt 6 Jahre.

Insektengiftallergie
Die Insektengiftallergie ist eine allergische Reaktion auf Insektengifte, vorwiegend nach Stichen von Wespen und Honigbienen, seltener von Hornissen und Hummeln. Insektengift-Allergiker reagieren nach einem Stich oft schon innerhalb weniger Minuten z.B. mit einer bis zu handflächengroßen Schwellung, Atemnot, Schweißausbrüchen, Bauchbeschwerden, Schwindel, Kreislaufproblemen bis hin zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit und Atem- bzw. Kreislaufstillstand. Da Insektengiftallergien potentiell lebensbedrohlich verlaufen können, müssen die auftretenden Reaktionen des Betroffenen mit einem Facharzt für Allergologie abgeklärt werden.

Insuliin
Insulin wird in den Inselzellen der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es beschleunigt die Aufnahme von Glukose in die Körperzellen und senkt somit den Blutzuckerspiegel. Bei der Therapie des Diabetes mellitus spielt I. eine wesentliche Rolle. Insulin ist der natürliche Gegenspieler des Hormons Glucagon.

Insulinschock
Kann als Folge einer starken Unterzuckerung auftreten (Hypoglykämie). Im Falle einer Unterzuckerung ist die Versorgung wichtiger Organe mit Glukose nicht gewährleistet und der Blutzuckerspiegel sinkt auf Werte unter 50 mg/dl. Die Symptome eines Insulinschocks können schleichend oder akut beginnen. Erste Warnzeichen sind meistens zittrige Hände, blasse Gesichtsfarbe, weiche Knie und/oder starkes Schwitzen. Als Ursachen kommen die Verabreichung einer erhöhten Insulinmenge, Auslassen einer Mahlzeit oder Durchfall bzw. Erbrechen in Frage. Ein Insulinschock kann lebensbedrohlich sein, der Patient muss schnellstens medizinisch versorgt werden, da er sich in dieser Situation nicht mehr selbst helfen kann.

Intervention
Der Begriff „Intervention" leitet sich von dem lateinischen „intervenire" - dazwischentreten, sich einschalten ab. Intervention heißt also „das Einmischen", „das Eingreiten" in eine Angelegenheit oder eine Situation.

IntraActPlus-Konzept
Das IntraActPlus-Konzept nutzt Videoarbeit, um Verhaltens- und Beziehungsprobleme zu verdeutlichen und zu bearbeiten. Die so aufgedeckten Defizite können zielgerichtet bearbeitet werden. Diese Art der „Verhaltenstherapie" ist besonders geeignet für Kinder und Jugendliche, die in Interaktion mit Bezugspersonen Probleme zeigen (Freunde, Mitschüler, Familienmitglieder, Lehrer usw.)

Intrakutantest
Der Intrakutantest ähnelt dem Pricktest, ist jedoch wesentlich empfindlicher. Eine definierte Menge eines Allergenextraktes wird mit einer speziellen Nadel direkt unter die Haut am Rücken gespritzt und nach 20 Minuten gegen einen Leertest mit einer Histaminlösung (Positivkontrolle) und einer physiologischen Kochsalzlösung (Negativkontrolle) abgelesen. Reagiert die Person auf eine bestimmte Substanz allergisch, wird die Haut um die Einstichstelle herum stark anschwellen und eine Rötung aufweisen. Hinzu kommt ein quälender Juckreiz. Eine bestehende Allergie wird mit diesem empfindlichen Test relativ sicher nachgewiesen.

Ischämie
Bezeichnet die Minderdurchblutung oder Blutleere eines Gewebes infolge mangelnder arterieller Blutzufuhr. Die Auswirkungen sind abhängig vom Sauerstoffbedarf des betroffenen Gewebes. Einen hohen Sauerstoffbedarf hat z.B. das Gehirn. Hier führt schon eine nur kurzzeitig andauernde Ischämie u.U. zu irreversiblen Schäden.

Ischiassyndrom
Als Ischias wird der Nervus ischiadicus bezeichnet, der längste und dickste Nerv des Menschen, der am Gesäß und der Rückseite des Oberschenkels bis zur Kniekehle entlang zieht, wo er sich in Schienbein- und Wadennerv teilt. Kommt es zu Störungen im Bereich des vom Nervus ischiadicus versorgten Gebietes, treten meist starke Schmerzen und/oder neurologische Ausfälle auf, Ischiassyndrom oder lumbosakrales Wurzelreizsyndrom genannt.