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Was macht ein Heilpraktiker?

Die Berufsbezeichnung „Heilpraktiker" ist in Deutschland geschützt und trifft auf Personen zu, die nach dem deutschen Heilpraktikergesetz von 1939 die staatliche Erlaubnis besitzen, ohne ärztliche Approbation die Heilkunde ausüben zu dürfen. Der Beruf des Heilpraktikers zählt zu den freien Berufen.

Die Zulassung zum Heilpraktiker erlangt man unter bestimmten Zugangsvoraussetzungen und mit Bestehen einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Die Ausbildung, die von Bundesland zu Bundesland variiert, beinhaltet u.a. Basiswissen zu den Themen „Pathologie/Krankheitsbilder", „Anatomie", „Diagnostik", „Pharmakologie" und „Therapie". Amtsärztlich überprüft werden weiterhin das Erkennen akuter Notfälle und deren Erstversorgung, das Deuten grundlegender Laborwerte, die Funktionsprüfung von Organen und Körpersystemen, Praxishygiene, Berufs- und Gesetzeskunde u.a. Nach bestandener Prüfung erhält der Prüfling die „Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung".

Die seit 1993 geltende Fassung des Psychotherapeutengesetzes sieht eine Gliederung des Heilpraktikerberufes vor: 1. in den allgemein praktizierenden Heilpraktiker („großer Heilpraktiker") und 2. in den Heilpraktiker für Psychotherapie („kleiner Heilpraktiker").

Der HP mit Vollzulassung darf körperliche als auch psychische Leiden feststellen und behandeln. Für die Diagnostik und Behandlung werden häufig Methoden aus der Naturheilkunde oder der Alternativmedizin angewendet. Verschreibungspflichtige Medikamente dürfen, im Gegensatz zur Schulmedizin, nicht verschrieben werden.
Methoden, mit denen Heilpraktiker arbeiten, sind z.B. Homöopathie, Phytotherapie, Chiropraktik, Osteopathie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Akupunktur, Kinesiologie, Ausleitende Verfahren u.a.
Nicht tätig werden dürfen Heilpraktiker in der Zahnmedizin, der Strahlentherapie, der Geburtshilfe sowie im Bereich der meldepflichtigen Erkrankungen.

Der Heilpraktiker für Psychotherapie („HP Psych") hat keine Zulassung zur Behandlung körperlicher Erkrankungen sondern beschäftigt sich mit der Psychotherapie.

Die Behandlungskosten für Heilpraktiker sind nicht nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) geregelt und müssen von den Patienten selbst gezahlt werden. In einigen wenigen Fällen übernehmen die Krankenkassen einen Teil der Kosten (vor allem die Privaten Krankenkassen, die gesetzlichen in den seltensten Fällen).

 

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