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27.04.2010

Gesundes Essen schmeckt nicht?!

Kategorie: Ernährung  |  Erstellt von: Kindertherapienetz

Sie stellen „Körnerfutter" auf den Tisch und Ihr Kind steht auf? Es verzieht das Gesicht, wenn Sie von „gesunder Ernährung" sprechen? Pizza, Pasta und Co. stehen ganz oben auf der Verbotsliste - aber muss das so sein?
Gesundes Essen verbinden Kinder oft mit Attributen wie „langweilig, geschmacksneutral, Grünfutter, Körnerfraß, Ökonahrung" oder empfinden es sogar als Drohung, wenn die Eltern das schlechte Gewissen packt und das Vollwert-Kochbuch abgestaubt wird. Die kleinen haben schnell gelernt, was Mama und Papa schon lange wissen: Geschmacksverstärker, matschige Konsistenz, viel Salz und diverse Aromen reizen die Geschmacksknospen, stehen schnell auf dem Tisch und schonen die Geldbörse. Gesundes Essen dagegen wird verbunden mit hohen Kosten, viel Zeitaufwand, fadem Geschmack und Öko-Hype.

Und dabei geht es auch durchaus gesund, ohne dass Sie trockene Körnerbratlinge kredenzen müssen! Versuchen Sie doch mal, mit Ihrem Sprössling zusammen eine Pizza zu backen: Der Teig ist schnell angemengt (halb Weißmehl, halb Vollkorn), belegt wird mit viel buntem Gemüse, das vorher in Handarbeit kleingeschnitten wird. Rote, gelbe und grüne Paprika, Tomaten, Mais, Pilze und viele weitere Sorten sind möglich. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt und gern dürfen auch Gesichter oder Figuren gelegt werden! Wer auf Tier nicht ganz verzichten mag, legt ein paar Scheiben Schinken drauf oder Geflügelsalami, mageres Hack oder Streifen vom Huhn. Kurz vor Ende der Garzeit ein bisschen geraspelten Käse, und die leckere und gesunde Pizza ist fertig.

„Ich will Nudeln mit Soße!" - und Sie greifen zu Fertigpasta mit Instantsoße? Die gesunde (und leckere!) Alternative sind bunte Vollkornnudeln mit Spinat oder Karotten versetzt (keine Angst, sie schmecken nicht intensiv nach den Gemüsesorten). Dazu gibt es eine selbstgemachte Bolognese aus kleingehacktem Gemüse - Karotten, Tomate, Paprika, Zucchini z.B., ganz nach Geschmack und Farbvorliebe. Das ist lecker, geht schnell, und gesünder als die fertige Soße ist es allmal.

Pommes stehen auf der Lieblings-Speisen-Liste ganz oben? Sofern Sie zu den Backofenpommes mit geringem Fettanteil und ohne Zustatzstoffe greifen, ist das auch kein Problem. Statt der fettigen Brat- oder Currywurst darf es dann aber gern ein großer Salat dazu sein. Viel geschnibbeltes rohes Gemüse mit gerösteten Sonnenblumenkernen, Feta (wenn er schmeckt) und einer selbstgemachten Salatsoße aus Öl, Limettensaft, etwas Honig und Gewürzen - und fertig ist das leckere Grünzeug! Kinder greifen lieber zum Salat aus vielen bunten Gemüsestückchen als zu eintönigem Blattsalat. Probieren Sie verschiedene Sorten aus oder nehmen Sie Ihren Sprössling mit zum Einkaufen - selbst gekauftest schmeckt ihm sicher besonders gut!

Vor dem Fernseher oder über dem Buch soll es noch ein bisschen zu Knabbern sein? Gerne, aber bitte nicht mit Chips, Crackern oder Salzstangen (auch die haben viele Kalorien!). Eine Alternative sind Obstfiguren: Schneiden Sie einen Apfel in Scheiben und stechen Sie mit Keks-Förmchen Blumen, Sterne oder Tiere aus. Das ist lustig und schmeckt gleich viel besser als ein langweiliger Apfel. Melonenkugeln sind schnell gemacht und im Sommer gekühlt super lecker! Oder pürieren Sie ein bisschen Obst, mengen es in einen Naturjoghurt und frieren Sie das ganze zu einem Eis.

Es geht also auch gesund, egal ob mit Obst oder Gemüse - ein paar Ideen in unterschiedlichen Variationen, und dem Fastfood und der hohen Kalorienzufuhr lässt sich ein Riegel vorschieben, ohne dass Ihr Kind lange Zähne macht.