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Was macht ein Kinderarzt?

Neben der Erstversorgung Ihres Kindes im Notfall oder der Behandlung bei Krankheit gehören natürlich sämtliche U- und J-Untersuchungen zu den Aufgaben eines Kinderarztes. Nehmen Sie diese Untersuchungstermine lückenlos wahr, können Sie relativ sicher sein, dass möglicherweise vorhandene Störungen, Schädigungen oder Entwicklungsverzögerungen Ihres Kindes entdeckt und behandelt werden können. Denn eine der unverzichtbaren Aufgaben von Kinderärzten ist die Beobachtung von Wachstum und Entwicklung Ihres Kindes im Laufe seiner ersten 18 Lebensjahre. Sollten spezielle Therapien anderer Fachbereiche notwendig sein, wird Sie der Kinderarzt beraten und Ihr Kind gegebenenfalls weiter überweisen.

 

Früherkennungsuntersuchungen U1 bis J2 im Überblick

Derzeit werden in Deutschland 14 Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr angeboten (U1 bis U11, J1 und J2). Diese Vorsorgeuntersuchungen beinhalten körperliche und neurologische Untersuchungen sowie das Messen von Körpergröße, Kopfumfang, Fontanellenweite, Gewicht und auch Blutdruck.


U1 (direkt nach der Geburt)

Bei der 1. Vorsorgeuntersuchung im Leben Ihres Kindes, die direkt nach der Geburt stattfindet, achtet der Kinderarzt in erster Linie auf lebensbedrohliche Zustände und erkennbare Schäden, damit gegebenenfalls Sofortmaßnahmen ergriffen werden können. Ihr Kind wird mit Hilfe eines Punktesystems (den sog. APGAR-Werten) bewertet, gemessen und gewogen. Ihm wird Blut aus der durchtrennten Nabelschnur entnommen, um so Informationen über die Sauerstoffversorgung während des Geburtsvorganges zu erhalten (Nabelschnur-ph-Wert), außerdem erhält es Vitamin K, damit das Risiko einer Einblutung verringert wird.


U2 (3. bis 10. Tag)

Das Hauptaugenmerk dieser Untersuchung liegt auf Gewichtszunahme und Trinkverhalten Ihres Kindes und auf dem Umgang der Eltern mit ihrem Neugeborenen. Weiterhin findet eine 2. Vitamin K-Gabe und ein Stoffwechsel-Check statt, damit mögliche Defekte erkannt und behandelt werden können. Auch ein Hörtest wird an dieser Stelle durchgeführt. Ab diesem Zeitpunkt geben Sie Ihrem Sprössling täglich eine Tablette zur Kariesprophylaxe und Vermeidung von Knochenerweichung.


U3 (4. bis 6. Woche)

Schwerpunkt bei diesem Vorsorgetermin ist u.a. die körperliche Entwicklung Ihres Kindes: Seine Reflexe werden ebenso überprüft wie die Reaktion der Augen, außerdem wird eine Ultraschalluntersuchung von Nieren und Hüften durchgeführt, um mögliche Schädigungen oder Fehlstellungen frühzeitig erkennen zu können.


U4 (3. bis 4. Monat)

Den Schwerpunkt dieser Untersuchung liegt in der vom Gehirn gesteuerten Koordinations- und Haltungskontrolle: Ihr Kind sollte zu diesem Zeitpunkt seinen Kopf selbstständig halten können, wenn er an beiden Händen aus der liegenden in die sitzende Position hochgezogen wird. Auch sollte es sein Köpfchen in der Bauchlage fei halten können. Nun werden auch die ersten (bzw. zweiten) Routineimpfungen, z.B. Diphterie, Wundstarrkrampf (Tetanus), Hepatitis, Kinderlähmung (Polio) und Keuchhusten. Zum Schutz vor Hirnhautentzündung wird Ihnen eine Hämophilus-influenza-B-Impfung angeboten, seit 2006 eine Impfung gegen Pneumokokken-Erreger, die eine Hirnhautentzündung mit schwerwiegendem Verlauf verursachen können.


U5 (5. bis 7. Monat)

Die begonnen Schutzimpfungen werden ergänzt, mögliche Impflücken auf Wunsch geschlossen. Der Kinderarzt schaut, ob Ihr Kind sicher greifen und sich drehen kann, ob es seine Füßchen mit den Händen berühren, sich vielleicht schon aufsetzen oder auch krabbeln kann.


U6 (10. bis 12. Monat)

Nun kann der Kinderarzt sehen, ob Ihr Kind fleißig krabbelt, sich an Gegenständen hochziehen und vielleicht schon frei stehen kann. Einigen Kindern gelingen jetzt auch schon die ersten freien Schritte, andere gehen an der Hand. Getestet wird auch, ob Ihr Sohn oder Ihre Tochter mit Daumen und Zeigefinger greifen kann.
Bei den Schutzimpfungen käme nun die erste Masern-Mumps-Röteln-Impfung in Frage.


U7 (21. bis 24. Monat)

In der Regel kann Ihr Kind nun schon in Zwei- bis Dreiwortsätzen sprechen. In dieser Zeit ist eine weitere Überprüfung der Hörfähigkeit wichtig, da gutes Hören der Schlüssel für den weiteren Spracherwerb ist. Bei der körperlichen Untersuchung achtet der Arzt bei diesem Termin auf eine mögliche Fehlentwicklung des Halteapparates (z.B. Fehlbildungen der Wirbelsäule, Fehlstellung der Beine, Beckenschiefstand). Nun werden auch die meisten Schutzimpfungen abgeschlossen.
Sind Sie in der Sauberkeitserziehung Ihres Kindes unsicher oder unerfahren, ist auch hier Ihr Kinderarzt der richtige Ansprechpartner.


U7a (3 Jahre)

Seit 2006 wird diese zusätzliche Untersuchung angeboten, die Ihrem Kinderarzt die Möglichkeit bietet, einen Eindruck von der gesundheitlichen und Verhaltensentwicklung Ihres Kindes in der Zeit des Kindergarteneintritts zu bekommen. Der Schwerpunkt dieses Vorsorgetermins liegt v.a. auf Sozialisationsverhalten und möglichen Verhaltensstörungen Ihres Kindes. Auch schaut der Arzt auf die Sprachentwicklung, die Kieferstellung und eine mögliche Entwicklung von Allergien.


U8 (3,5 bis 4 Jahre)

Während dieser Untersuchung werden Fein- und Grobmotorik genau geprüft, auch die Seh- und Hörfähigkeit können in diesem Alter nun gut getestet werden. Eine Blut- und Urinkontrolle erfolgt ebenfalls zu diesem Termin.


U9 (5 Jahre)

Besonderes Augenmerk liegt auf Koordinationsfähigkeiten, auf Fein- und Grobmotorik, Seh- und Hörvermögen als auch auf Sprachvermögen, denn nun ist die Einschulung nicht mehr weit, und mögliche Auffälligkeiten können eventuell noch behoben werden. Sie können sich mit Ihrem Kinderarzt über die Schulreife Ihres Kindes beraten und über mögliche Verhaltensdefizite, wie z.B. Einnässen, sprechen.


U10 (7 bis 8 Jahre)

Diese Vorsorgeuntersuchung wurde 2005 eingeführt und dient in erster Linie der Kontrolle von Lese- und Rechtschreibfähigkeiten Ihres Kindes. Auch auf eine mögliche Rechenschwäche wird geschaut, möglicherweise notwendige Therapien werden empfohlen.


U11 (9 bis 10 Jahre)

Diese ebenfalls 2005 eingeführte Untersuchung soll mögliche Schulleistungsstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen sowie Mund-, Zahn- und Kieferanomalien erkennen helfen. Bei vorliegenden Defiziten werden die notwendigen Behandlungen eingeleitet.
Es werden Bewegungs- und Sportverhalten Ihres Kindes besprochen sowie Bezug genommen auf gesundheitsbewusstes Verhalten wie z.B. Ernährungsgewohnheiten, Umgang mit Stress, Suchtmittel- oder auch Medienkonsum.


J1 (12 bis 14 Jahre)

Die J1 (Jugendgesundheitsuntersuchung) dient neben einer gründlichen körperlichen Untersuchung auch der Klärung von typisch pubertären Fragen zu Empfängnisverhütung, Nikotin-, Alkohol- und Drogenkonsum, zur schulischen Entwicklung und eventuell auch schon zu einer möglichen beruflichen Orientierung.
Einige Schutzimpfungen werden aufgefrischt, auch wird eine Blutuntersuchung durchgeführt.


J2 (16 bis 18 Jahre)

Die J2 soll mögliche Pubertäts- und Sexualstörungen sowie Haltungsstörungen oder auch eine Kropfbildung erkennen lassen. Es findet eine Diabetes-Vorsorge statt, ebenso werden Sozialisationsvermögen und das allgemeine Verhalten Ihres Sohnes oder Ihrer Tochter beobachtet.
Diese Vorsorgeuntersuchungen dienen der gesunden Entwicklung Ihres Kindes und sollten von Ihnen möglichst lückenlos in Anspruch genommen werden. So lassen sich mögliche Störungen und Defizite erkennen und zeitnah und somit in den meisten Fällen erfolgreich behandeln.
Ihre Kinderärztin / Ihr Kinderarzt wird Sie in allen Fragen kompetent beraten und, wenn nötig, zu Therapeuten bzw. Medizinern anderer Fachrichtungen überweisen!

 

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