Sie sind hier: Startseite » Lexikon » Lexikon-A
Logo

Abdomen

Als Abdomen bezeichnet man den Abschnitt zwischen Brustkorb und Becken, also den Bauchbereich.

Abführmittel (Laxanzien)
Abführmittel werden auch Laxanzien genannt. Es sind Mittel, mit denen man eine Stuhlverstopfung (eine Obstipation) beseitigt. Die Wirkstoffe in diesen Mitteln lösen einen Reflex aus, der zur Entleerung des Darms führt. Häufiger Gebrauch von Abführmitteln kann den Darm träge machen, so dass sich die Verstopfung im Laufe der Zeit manifestiert.

Abszess
Ein Abszess ist eine geschlossene Eiteransammlung, oft durch Bakterien wie z.B. Staphylokokken oder Streptokokken verursacht. Solch ein Abszess zeigt sich als rote, entzündete und schmerzhafte Schwellung.

Abusus
Eine missbräuchliche Anwendung von z.B. Alkohol oder Medikamenten nennt man „Abusus". Von missbräuchlicher Anwendung spricht man, wenn die Einnahme ohne medizinische Indikation (also ohne Grund) oder in zu hoher Dosierung erfolgt.

ACTH-Test
Um die Funktion der Nebennierenrinde zu prüfen, führt man eine Stimulation mit ACTH (Corticotropin) durch.
Dabei wird eine bestimmte Menge des ACTHs gespritzt und die Ausschüttung des Cortisols bestimmt (vor, 30 min und 60 min nach ACTH).

ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom)
Diese Störung ist gekennzeichnet durch impulsives Verhalten und Unaufmerksamkeit, verbunden mit Hyperaktivität. Kinder oder Jugendliche, die unter ADHS leiden, zeigen ein Verhalten, das weder ihrem Alter noch ihrem körperlichen Entwicklungsstand entspricht und das oft zu Störungen in ihrem sozialen System führt (z.B. in Familie oder Schule). Mögliche Ursachen von ADHS sind bisher nicht geklärt. Eine Erklärung könne ein Zusammenspiel von psychosozialen und biologischen Faktoren sein. Als Behandlungsmöglichkeiten kommen Psychotherapie und/oder eine medikamentöse Therapie mit Methylphenidat (z.B. Ritalin) in Frage (die jedoch höchst umstritten ist). Bei einer Psychotherapie erscheint es sinnvoll, Angehörige mit einzuschließen.

Adipositas (Fettleibigkeit, Fettsucht)
Bei starkem Übergewicht infolge zu hoher Kalorienzufuhr spricht man von „Adipositas". Richtwerte für das Körpergewicht orientieren sich heute am sog. Bodymass-Index, dem BMI. Adipös ist, wer einen BMI von 30 oder mehr hat.

Adoleszenz
Die Adoleszenz (das Jugendalter) ist die Lebensphase eines Menschen, die zwischen dem Beginn der Pubertät und dem Erwachsenenalter liegt. Bei Mädchen liegt diese Phase zwischen dem 12. und dem 21. Lebensjahr, bei Jungen etwas später, zwischen dem 14. und dem 25. Lebensjahr.

Adrenalin
Adrenalin ist ein Hormon und wird u.a. in den Nebennierenrinden gebildet. Es hat unterschiedliche Aufgaben, z.B. die Erhöhung des Blutdrucks und der Herzfrequenz (z.B. bei Aufregung oder Angst) oder die Beeinflussung des Stoffwechsels.

Affekt (Gefühl)
Ein Affekt lässt sich am besten als kurzes, stark ausgeprägtes Gefühl erklären, z.B. Freude, Angst, Wut o.ä. Weicht die Stärke der Gefühle von der Norm ab, hat also ein Mensch oft sehr stark ausgeprägte Gefühle, die nicht oder kaum kontrolliert werden können, spricht man von einer „Affektstörung" (pathologischer Affekt).

Affektive Störung
Eine affektive Störung zeigt sich vor allem in einer Veränderung der Stimmung bzw. der Affektivität, in den meisten Fällen zu Stimmungstiefs tendierend, aber auch manchmal zur gehobenen Stimmung. Dieser Wechsel bezieht sich nicht nur auf die Stimmung sondern auch auf die Aktivität des Betroffenen. Der Beginn dieser Störung wird oft durch belastende Ereignisse oder Situationen ausgelöst.

Aggressivität
Aggressivität beschreibt die Angriffslust eines Individuums. Ist z.B. ein Kind besonders aggressiv, verfügt es über einen hohen Grad an Angriffslust.

Agoraphobie
Der Begriff der Agoraphobie bezeichnet die Angst vor dem Verlassen des Heimes, vor dem Reisen in öffentlichen Verkerhsmitteln, vor offenen Plätzen, vor Menschenmengen oder auch die Furcht, das schützende Zuhause nicht schnell genug erreichen zu können. Viele Patienten haben Angst, in der Öffentlichkeit umzukippen oder anderweitig hilflos zu sein. Diese Art der Angststörung ist besonders einschränkend, da sich die Betroffenen oft gar nicht mehr in die Öffentlichkeit trauen.

AIDS
Die Abkürzung steht für „Acquired Immunodeficiency Syndrome" und ist die Krankheit, die durch den HIV-Virus entsteht. AIDS führt zu einer erheblichen Verminderung der T-Helfer-Zellen und zieht eine Störung des Immunsystems nach sich.

Akinesie
Unter Akinesie versteht man eine extreme Bewegungsarmut bis hin zu einer Bewegungslosigkeit, die als Symptom verschiedener Krankheiten auftreten kann, z.B. bei Parkinson oder bei einer motorischen Lähmung. Zudem ist die Akinesie eine häufige Nebenwirkung von hochwirksamen Neuroleptika.

Akne
Der Begriff „Akne" ist eine Bezeichnung für unterschiedlich stark ausgeprägte, entzündliche Vorgänge des Talgdrüsenapparates mit Beteiligung des Haarfollikels. Entzündete, oft eitrige Knötchen oder Knoten entstehen unter der Haut - besser bekannt unter der Bezeichnung „Pickel" und gefürchtet vor allem während der Pubertät.

Akupressur
Die Akupressur ist eine Variante der Akupunktur, wird aber ohne Nadeln ausgeführt sondern mit Fingerdruck. Genutzt werden die bekannten Druckpunkte auf den Meridianen. Akupressur ist, ebenso wie die Akupunktur, eine traditionelle Methode der chinesischen Medizin.

Akupunktur
Im Gegensatz zur Akupressur werden bei der Akupunktur feine Nadeln in die Haut des Patienten gestochen - mit einer speziellen Technik und auf ganz bestimmten Punkten des Körpers. Diese Punkte, die auf den Meridianen liegen, haben alle eine bestimmte Funktion für unsere Gesundheit und werden durch die Nadeln stimuliert, um Störungen zu beseitigen. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist diese Methode ein großer und wichtiger Teil der Gesunderhaltung - bei uns spielt sie eine immer größere Rolle, jedoch ist ihr Wirkmechanismus bisher in nur wenigen Teilgebieten erforscht.

Allergen
Ein Allergen ist ein Stoff, der vom Immunsystem als fremd erkannt und bekämpft wird. Er löst also eine Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers aus und führt zu einer Allergie. Man unterscheidet zwischen pflanzlichen, tierischen und chemischen Allergenen, die sich in Nahrungsmittelallergene und Kontaktallergene einteilen lassen.

Allergie
Eine Allergie ist die Reaktion des Körpers auf Allergene - auf Stoffe, die unser Körper als „Feind" erkennt und bekämpft. In dem Fall ist unser Immunsystem „irritiert" und reagiert mit einer krankhaften Überempfindlichkeit auf eigentlich harmlose Stoffe. Eine Allergie kann sich unterschiedlich zeigen - meist äußert sie sich jedoch über die Haut oder die Schleimhäute.

Amenorrhö
Die Amenorrhö beschreibt das Nichteintreten oder auch das Ausbleiben der Regelblutung. Hat eine Frau bereits eine Regelblutung gehabt, die dann ausbleibt, spricht man von der sekundären Amenorrhö. Von der primären Amenorrhö spricht man, wenn es gar nicht zu einer Regelblutung kommt. Es kommen etliche Ursache in Frage - von Funktionsstörungen der Eierstöcke über hormonelle Störungen bis hin zu Ausfällen durch Stress oder Unterernährung.

Amnesie
Eine Amnesie bezeichnet einen Erinnerungsverlust, der, zeitlich begrenzt, teilweise oder auch total auftreten kann.

Analgetika
Medikamente mit schmerzlindernder oder sogar schmerzstillender Wirkung. Sie werden eingeteilt in nichtopioide Analgetika, die eher schwach wirken, und opioidartige Analgetika mit starker Wirkung.

Anamnese
Eine Anamnese beschreibt die Erfragung einer Kranken- bzw. auch deren Vorgeschichte. Bei der Patientenanamnese werden die Erinnerungen des Patienten direkt erfragt, bei der Angehörigenanamnese werden nahestehende Personen des Patienten nach dessen Krankengeschichte befragt. Die Eigenanamnese betrifft ausschließlich die aktuellen Beschwerden des Patienten, die Familienanamnese bezieht Erkrankungen naher Angehöriger mit ein. Bei der biographischen Anamnese bezieht sich die Befragung über die aktuellen Beschwerden hinaus auf die ganze Lebensgeschichte.

Aneurysma
Ein Aneurysma ist eine Ausbuchtung eines arteriellen Blutgefäßes mit Krankheitswert. Sie kann auch die Herzwand betreffen.

Angina
Eine Angina ist eine Erkrankung mit einem Gefühl von Verengung oder Beengung. Bekannt sind vor allem Angina Pectoris (bei Gefäßkrankheiten mit Engezustand) oder auch Angina Tonsillaris (bei Entzündung des lymphatischen Rachenrings).

Angst
Angst ist ein Gefühl der Bedrohung, das frei flottierend und nicht auf ein Objekt gerichtet ist. Begleitet wird die Angst von diversen Symptomen, v.a. vegetativer Art, wie z.B. Zittern, Herzklopfen, Schwitzen, Blässe o.a.

Anorexia
Bei einem Verlust des „Nahrungstriebes", der sich in Appetitlosigkeit äußert, spricht man von Anorexia/Anorexie. Sie kann Symptom einer Erkrankung sein oder Folge einer psychischen Störung.

Anorexia nervosa
Diese als „Magersucht" bezeichnete Erkrankung ist psychischer Natur und gehört zu den Essstörungen. Sie zeichnet sich aus durch einen erheblichen, selbst herbei geführten Gewichtsverlust (mind. 15% unterhalb des Normgewichtes), durch die extreme Furcht vor Gewichtszunahme und Körperfett und durch eine Körperschemastörung (der eigene Körper wird als viel umfangreicher wahrgenommen als er wirklich ist). Die Anorexia nervosa betrifft vor allem junge Menschen (mehr Mädchen als Jungen) mit Entstehungszeit während der Pubertät. Typischerweise tritt sie nur in Industrieländern auf - in armen Ländern, in denen viel Hunger herrscht, kommt sie so gut wie nicht vor.Antibiotika
Ein Antibiotikum (so die Einzahl) ist ein Medikament, das gegen krankheitserregende Bakterien (Mikroorganismen) eingesetzt wird. Nicht jedes Antibiotikum wird gegen jeden Bakterienstamm, daher ist es vor Einnahme wichtig, die Bakterien genau bestimmt zu können, bevor ein Antibiotikum eingenommen wird, da sonst Resistenzen entstehen können.

Anpassungsstörung
Die Anpassungsstörung bezeichnet das Gefühl der Beeinträchtigung und des Unvermögens, die sozialen Funktionen und die bisherigen Leistungen aufrechtzuerhalten. Ausgelöst wird diese Störung nach einem belastenden Lebensereignis oder auch nach schwerer Krankheit. Der anpassungsprozess an diese neue Situation ist beeinträchtigt.

Aphasie
Die Aphasie ist eine Sprachstörung, die auf einer Herdschädigung der Großhirnhemisphäre beruht.

Aphonie
Eine Aphonie ist eine Stimmstörung mit tonloser Stimme. Sie kann als „Ermüdungskatarrh" nach langen Reden auftreten oder auch als Folge von sog. Stimmlippenknötchen oder von Tumoren. Auch eine funktionelle Störung als Folge extremer Emotionen ist denkbar - in diesem Fall liegt keine organische Ursache zugrunde.

Aphrasie
Menschen mit Aphrasie sind nicht in der Lage, richtige Sätze zu bilden.

Aplasie
Eine Aplasie ist eine Entwicklungsstörung eines Körperteils aus der embryonalen Anlage dieses Organs.

Apnoe
Eine Apnoe ist ein Atemstillstand als Folge einer Lähmung oder der Unreife des Atemzentrums. Ursache kann u.a. eine Hirnstammverletzung sein.

Apoplexie
Der Begriff „Apoplexie" bezeichnet eine plötzlich auftretende Durchblutungsstörung in einem Organ - vergleichbar mit einem Schlaganfall.

Appendektomie
Der „Appendix" ist der Wurmfortsatz, der sog. Blinddarm. Eine Appendektomie ist die operative Entfernung des Wurmfortsatzes, die Blinddarm-Operation.

Artikulationsstörung
Die Artikulationsstörung ist eine Entwicklungsstörung, bei der die kindliche Fähigkeit, sich altersgerecht verständlich zu machen, gestört ist. Die Artikulation des betroffenen Kindes liegt unterhalb des Niveaus seines Intelligenzalters, die sprachlichen Fertigkeiten entsprechen jedoch seinem Alter. Eine Artikulationsstörung kann entwicklungs- oder funktionell bedingt sein.

Asperger-Syndrom
Als Asperger-Syndrom wird der kindliche Autismus bezeichnet.

Asthma
Das Wort „Asthma" bezeichnet das erschwerte Atmen bzw. eine anfallsweise hochgradige Atemnot. Bekannt auch als „Bronchialasthma".

Atemtherapie
Die Atemtherapie ist ein Behandlungsverfahren, das Einfluss auf den Ablauf des Atmens nimmt und so eine „falsche" Atemtechnik günstig beeinflussen kann. Einsatz findet diese Behandlung bei Erkrankungen der Atemwege oder nach Brustkorbverletzungen, z.B. um den Atemablauf zu optimieren, den korrekten Einsatz der Atemmuskeln zu üben, mögliche Widerstände der Atemmechanik zu regulieren oder auch die Sekretabgabe zu fördern.

Atemwegsinfektion
Eine Atemwegsinfektion ist eine Infektionskrankheit, in den meisten Fällen durch Viren hervorgerufen. Man muss die einfache Erkältung von der richtigen „Grippe" unterscheiden, die für Menschen mit schwachem Immunsystem einen schweren Verlauf nehmen kann. Übertragen wird die Infektion durch Tröpfchen beim Husten, Niesen oder Sprechen, aber auch als Schmierinfektion bei Händeschütteln oder über Türklinken. Symptome sind u.a. Husten, Schnupfen, Schwäche, Hals- und Kopfschmerzen, manchmal verbunden mit Fieber.

Autismus
Als Autismus bezeichnet man eine Störung, bei der sich der Betroffene von der Außenwelt absondert, abkapselt, sich in seine eigene Gedanken- und Vorstellungswelt zurückzieht und für Außenstehende kaum mehr erreichbar scheint.
Der kindliche Autismus, als „Asperger-Syndrom" bezeichnet, tritt häufig im Schulalter auf und öfter bei Jungen als bei Mädchen. Es äußert sich als Beziehungsarmut und ist oft gekoppelt mit hoher Intelligenz.

Autogenes Training
Das Autogene Training ist eine Entspannungstechnik, die vom Psychiater J. H. Schultz aus der Hypnose heraus entwickelt wurde. Das Verfahren ist eine Art der „konzentrativen Selbstentspannung", bei der die Grundlage die Entspannung von Muskulatur und Gefäßen ist. Diese Entspannung lässt sich auf das Gehirn ausweiten, jedoch ist dafür eine ausführliche Anleitung und Übungszeit notwendig. Das Autogene Training ist eine Art der Körpertherapie und wird u.a. eingesetzt zur Erholung, zur Leistungssteigerung, zur Verbesserung von Lernleistungen und zur Mitbehandlung diverser psychischer Störungen.