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Bakterien
Bakterien sind einzellige Mikroorganismen, die sich sehr schnell vermehren, in dem sie sich spalten. Es gibt kugel-, stäbchen- und spiralförmige Bakterien, die in aerobe und anaerobe Bakterien unterteilt werden.

Balint-Gruppe
Eine Gruppe sich regelmäßig treffender Personen aus sozialen Berufen unter der Leitung eines Psychologen oder Psychotherapeuten. Die Supervisionstreffen dienen dem Aufdecken und Lösen von beruflichen Problemen oder Konflikten. Benannt nach dem Arzt und Psychoanalytiker Michael Balint (1896-1970).

Ballaststoffe
Ballaststoffe sind Kohlenhydrate pflanzlichen Ursprungs, die den Darm relativ unversehrt passieren können und ihn so zu mehr „Arbeit" anregen können. Ballaststoffe wirken also verdauungsfördernd und beugen Verstopfung (Obstipation) vor.

Bauchschmerzen
Ein Schmerz, der im Bauchraum wahrgenommen wird und von inneren Organen im Ober- oder Unterbauch herrühren oder auch psychogen bedingt sein können. Eine gründliche Anamnese des Patienten ist hier besonders wichtig, da es fast unzählige Ursachen geben kann.

Beckenspreizgips
Dieser Beckengips dient der Behandlung einer Hüftfehlstellung. Hierbei werden die Oberschenkel in Spreizstellung fixiert, z.B. als „Lange-Methode" oder „Lorenz-Stellung".
Becker-Höschen
Ein Spreizhöschen aus Kunststoff, das zur Spreizbehandlung bei Hüftgelenksdysplasie im Säuglingsalter eingesetzt wird.

Behaviorismus
Der Behaviorismus ist eine Richtung der Psychologie, kommend aus Amerika, die u.a. in der Verhaltensforschung Anwendung findet. Gewertet wird nur das zu beobachtende Verhalten und die Anpassung des Menschen an Umweltfaktoren. Auf eine seelische Deutung wird ganz verzichtet.

Benjamin-Syndrom
Das Benjamin-Syndrom ist eine frühkindliche, hochgradige Anämie. Sie zeigt sich u.a. in blasser Haut ohne Spannkraft, in Minderwuchs und zarten Knochen. Weiter Symptome sind starke Poikilozytose, hydrozephale Schädelbildung und Muskel- und Gelenkhypoplasie.

Benzodiazepine
Benzodiazepine sind medikamentöse Substanzen mit beruhigender, angstlösender (anxiolytischer) und muskelentspannender Wirkung und hohem Abhängigkeitspotential. Wirkstoffe sind z.B. Lorazepam, Diazepam oder Oxazepam.
Berührungsfurcht (Mysophobie)
Die Mysophobie ist eine pathologische (krankhafte) Angst vor Berührung und hier vor allem vor Beschmutzung, oft gekoppelt mit Angst vor Bakterien. Z.B bei Zwangserkrankung.

Beschäftigungstherapie
Die Beschäftigungstherapie ist ein Teilbereich der Ergotherapie, die handwerkliche und künstlerische Tätigkeiten u.a. dazu nutzt, eingeschränkte motorische, sensorische und psychische Funktionen zu verbessern oder wiederherzustellen.

Bettnässen (Enuresis)
Enuresis beschreibt den unabsichtlichen Harnverlust als Folge der fehlenden Kontrolle der Miktion bei Kindern nach dem 4. Lebensjahr. Die Störung kann als Folge einer Belastungssituation auftreten oder auch als Begleiterscheinung einer körperlichen Erkrankung. Von einer primären Enuresis spricht man, wenn das Kind noch nie trocken war, von einer sekundären E. dagegen, wenn das Kinder vorher mindestens 12 Monate lang trocken war.

Bewegungslehre (funktionelle)
Die funktionelle Bewegungslehre ist eine physiotherapeutische Methode, die zum Erreichen von Schmerzfreiheit eingesetzt wird, z.B. bei funktionellen Bewegungseinschränkungen der Wirbelsäule oder von großen Gelenken (Hüften, Schultern u.a.). Genutzt werden mobilisierende Massagen oder unterschiedliche Mobilisation (hubarm, hubfrei oder auch gegenlagernd). Wichtig sind Übungen, die das Gleichgewicht ansprechen.

Bewegungsstörung
Eine dissoziative Bewegungsstörung ist der teilweise oder sogar vollständige Verlust der Fähigkeit, ein oder mehrere Körperteile bewegen zu können. Diese Art der Lähmung kann sich als langsame bzw. schwache Bewegung oder auch als völlige Bewegungsunfähigkeit äußern. Meist befällt die Störung die Beine und führt zu unsicherem Gang oder sogar der Unfähigkeit, zu stehen und zu gehen.

Bewegungstherapie
Bei der Bewegungstherapie wird daraufhin gearbeitet, die Belastungsfähigkeit des Patienten zu erhöhen, indem Mobilität, Ausdauer, Koordination verstärkt und Schmerzen gemindert werden. Die Bewegungstherapie ist eine der Hauptaufgaben von Physiotherapeuten und findet u.a.in der Orthopädie, der Inneren Medizin, der Neurologie und natürlich in der Pädiatrie (der Kinderheilkunde) Anwendung.

Bildgebende Verfahren
Bildgebende Verfahren sind Methoden der Diagnostik, die Aufnahmen aus dem Inneren des Körpers liefern. Die wichtigsten sind das Röntgen, der Ultraschall (Sonografie), die Computertomographie, die Kernspintomographie und die Endoskopie.

Bindungsstörung des Kindesalters
Diese Art der Störung zeichnet sich aus durch ein sog. abnormes Beziehungsmuster zu Betreuungspersonen wie Eltern, Lehrern, Kindergärtnern oder anderen Bezugspersonen. Die betroffenen Kinder zeigen widersprüchliche oder ambivalente soziale Reaktionen ihre Betreuungspersonen gegenüber, die sich unterschiedliche äußern können. Mögliche Reaktionen sind Abwenden bei Annäherung, Widerstand gegen Zuspruch, aggressivem Verhalten bei Ansprache oder auch Übervorsichtigkeit oder sogar Angst. Das Interesse an Gleichaltrigen ist oft vorhanden, soziales Spielen dagegen wird durch negative emotionale Reaktionen behindert. Die Bindungsstörung entwickelt sich vor dem 5. Lebensjahr.

Binge Eating
Das Binge Eating (umgangsspr. Fresssucht) ist eine Essstörung, die sich durch das anfallsartige Verschlingen großer Nahrungsmengen auszeichnet. In der Folge treten Ekel vor sich selbst und Schuldgefühle auf, die aber nicht, wie bei der Ess-Brech-Sucht (Bulimie) zum selbst ausgelösten Erbrechen führen. Die Betroffenen (meist Frauen, aber auch zunehmend Männer) sind in den meisten Fällen übergewichtig.

Biofeedback
Die Biofeedbacktherapie möchte unbewusste Körperfunktionen bewusst machen, um die Kontrolle über diese Funktionen steigern und sie beeinflussen zu können. Das kann z.B. den Herzschlag, den Blutdruck oder auch die Verdauung betreffen. Das Ziel der Biofeedbacktherapie ist das Erkennen von Körpersignalen und die Verbesserung der Gesundheit. Die Methode gilt als umstritten und in der Behandlung von Kindern als kaum anwendbar.

Biopsie
Bei der Biopsie werden mit speziellen Instrumenten Gewebeproben entnommen und mikroskopisch untersucht.

Blinddarm
Der Appendix vermiformis wird auch Blinddarm oder Wurmfortsatz genannt.
Blue Baby
Ein sog. „Blue Baby" ist ein Säugling mit schwerer Zyanose, die z.B. bei bestimmten angeborenen Herzfehlern auftreten kann.

Blutkrebs
Leukamie

Blutschwamm
Ein Hämangiom ist meist schon bei der Geburt vorhanden oder tritt in den ersten Lebenstagen oder -wochen auf.

Bobath-Methode
Eine nach der Physiotherapeutin Berta Bobath benannte Therapiemethode, die Funktionsverluste und pathologische (krankhafte) Reflexmechanismen wieder rückgängig machen wil. Das Bobath-Konzept wird eingesetzt in der Behandlung von zerebralen Bewegungsstörungen, sensomotorischen Störungen und neuromuskulären Erkrankungen (hierzu zählen z.B. Multiple Sklerose, Schädel-Hirn-Trauma, Enzephalitis u.a.). Mit dieser Behandlungsmethode können verloren gegangene Funktionen und Fähigkeiten wiedererlangt werden, indem z.B. Bewegungsabläufe stetig wiederholt werden. Das Gehirn „lernt" und verankert die neuen Abläufe.
Das Bobath-Konzept kommt vor allem in der Logopädie, der Ergotherapie und der Physiotherapie zum Einsatz.

Bodymass-Index (BMI)
Der BMI ist eine Maßeinheit zur Bestimmung von Unter-, Normal- und Übergewicht. Errechnet wird er auch dem Quotienten des Gewichts einer Person und dem Quadrat der Größe: Gewicht/Größe² [kg/m²]. Als „Normalgewicht" gelten Werte zwischen 20 und 25, je nach Alter und Geschlecht.

Borderline Persönlichkeitsstörung
Die Persönlichkeit vom Borderline Typus ist gekennzeichnet durch eine instabile Gefühlswelt (emotionale Instabilität) und zusätzlich häufig durch ein gestörtes Selbstbild mit dem Gefühl innerer Leere. Das führt in vielen Fällen zu selbstverletzendem Verhalten, um sich „zu spüren" und die negativen Gefühle zu überdecken. Beziehungen sind schwierig, oft sehr intensiv aber unbeständig und krisenanfällig.

Borreliose
Die Borreliose ist eine durch Borrelien hervorgerufene Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst wird. Die Erkrankung wird vor allem durch Zecken übertragen und kann Nervensystem, Organe, Gelenke und Gewebe befallen.
Borrelien sind große, schraubenförmige Bakterien aus der Gruppe der Spirochäten und wurden benannt nach dem Bakteriologen Amédée Borrel.

Brechdurchfall
Die volkstümliche Benennung von Krankheiten, die mit Erbrechen und Durchfall einhergehen, z.B. Virusenteritis, Nahrungsmittelvergiftung u.a.

Broca-Formel
Die Broca-Formel ist eine Maßeinheit zur Bestimmung des Normalgewichtes und errechnet sich als Differenz aus Körpergröße in cm minus 100 (z.B. 168cm - 100 = 68kg).

Brustkind
Ein Brustkind ist ein Säugling, der durch Anlegen an die weibliche Brust mit Muttermilch gestillt wird.

Bulimia nervosa
Die Bulimie zeigt sich durch die ständige Beschäftigung mit Essen und dem heftigen Verlangen nach Nahrungsmitteln, dem Heißhunger. Das führt zu wiederholten Essattacken („Fressanfällen") mit anschließendem Erbrechen - in der ersten Zeit selbst herbeigeführt, um eine Gewichtszunahme zu verhindern, später oftmals nicht mehr kontrollierbar. Typisch ist der Gebrauch von Abführmitteln, Appetitzüglern, Schilddrüsenpräparaten und Medikamenten zur Entwässerung (ähnlich bei der anorexia nervosa). Auch wechseln sich Ess-Perioden mit Hunger-Perioden ab.