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Gabapentin
Gabapentin ist ein Antiepileptikum, das u.a. auch bei neuropathischen Schmerzen wie Polyneuropathie u. Zoster-Neuralgie Verwendung findet.

Gastritis
Die Gastritis ist eine akute oder chronische Magenschleimhautentzündung = Entzündung der Magenschleimhaut.

Gastroenteritis
Gleichzeitige Magenschleimhaut- und Dünndarmentzündung, ( Enteritis, griech enteron = Darm) evtl. unter Einbeziehung des Dickdarms (=Gastroenterokolitis). Kommt vor bei bakteriellen Infektionen, v.a. mit Salmonellen, Shigellen (Bakterienruhr), Staphylokokken, Dyspepsie- u. Coli-Bakterien, Viren, Toxoplasma gondii, ferner bei Vergiftungen (z.B. Quecksilber).

Gaumenspalte
Erblich bedingte Missbildung durch Ausbleiben der Verwachsung beider Gaumenhälften untereinander oder mit der Nasenscheidewand. Durch ungenügenden Abschluss des Nasenrachenraums kommt es bei der G. zu Sprachstörungen. Die G. ist mir der Hasenscharte und dem Wolfsrachen eine der häufigsten Missbildungen.

Gebärdensprache
Die Deutsche Gebärdensprache (DGS) ist eine eigenständige, visuell-motorisch realisierte natürliche Sprache. Die Gebärden sind ausdifferenzierte Zeichensysteme, die von gehörlosen und schwerhörigen Menschen zur Kommunikation genutzt werden. Gebärdensprache besteht aus Gebärden, die vor allem mit den Händen in Verbindung mit Mimik und Mundbild (lautlos gesprochene Wörter oder Silben) im Kontext mit der Körperhaltung gebildet werden.
Die Gebärdensprache verfügt über ein umfassendes Vokabular und eine eigentständige Grammatik, die sich grundlegend von der Grammatik der Lautsprache unterscheidet. Die Deutsche Gebärdensprache ist seit dem Jahr 2002 (Inkrafttreten des Behindertengleichstellungsgesetzes) als offizielle Sprache in Deutschland anerkannt. Das bedeutet für gehörlose Menschen, dass sie das Recht haben, gegenüber Behörden in Gebärdensprache zu kommunizieren.
Von der Gebärdensprache zu unterscheiden ist das Lautsprachenbegleitende Gebärden (LBG). LBG folgt der deutschen Lautsprach-Grammatik und gilt nicht als eigenständige Sprache. Die Wörter werden von Gebärden begleitet.

Gebissregulierung
Normalisierung des Gebisses durch kieferorthopädische Behandlung.

Gebrauchsschule
Wiedererlernen der für das tägliche Leben wichtigsten Gebrauchsfunktionen, z.B. einer geschädigten Hand. Teil der krankengymnastischen Behandlung.

Geburtstrauma
Ein durch den Geburtsakt entstandener seelischer oder körperlicher Schaden bei Mutter und / oder Kind.

Gehirnerschütterung
Folge einer stumpfen Gewalteinwirkung auf den Schädel. Charakteristische Symptome: rasch einsetzende Bewusstseinsstörung, Brechreiz, Übelkeit, Kreislauf- und Atemstörungen, Veränderungen der Hirnstromkurve, letztendlich eine Erinnerungslücke. Bei Kindern häufig abweichende Verlaufsform mit posttraumatischem Dämmerszustand.

Gehirnhautentzündung / Meningitis
Meningitis bezeichnet eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute (Meningen). Die meisten Meningitiden sind infektiöser Genese. Man unterscheidet zwischen einer viralen (nichteitrigen) und einer bakteriellen (eitrigen) Meningitis. An M. erkrankte Patienten haben hohes Fieber mit starken Kopfschmerzen. Übelkeit mit Erbrechen, verstärkte Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Berührung sowie Nacken-Rücken-Starre und Bewusstseinstrübung können auftreten. Für die übertragbaren Formen der bakteriellen und abakteriellen M. besteht in Deutschland Meldepflicht.

Geistige Behinderung
Intelligenzminderung bzw. mangelnde Fähigkeit zur Erfüllung intellektueller Normen (z.B. normale Schulbildung), angeboren oder früh erworben. Eine selbstständige Lebensführung kann leicht bis stark beeinträchtigt sein, kann jedoch durch entsprechende Frühförderung und Eingliederungshilfen  gemindert werden kann.

Gendefekt
Ein durch Mutation verändertes Gen bedingt eine Fehlfunktion oder einen Enzymdefekt bzw. ein „monogenes" Krankheitsbild .

Gestalttherapie
Ein Verfahren aus der Psychotherapie, das die Ganzheit des Patienten sieht und in einem sog. „erlebnisorientierten Prozess" Erfahrungen mit der eigenen Person und den Mitmenschen vermitteln will.

Gewaltprävention
Die Gewaltprävention zeigt Maßnahmen zu gewaltfreien Auseinandersetzungen in Streitsituationen auf und vermittelt den richtigen Umgang mit Konflikten. Konfliktfähigkeit kann erst erreicht werden, wenn die Konfliktsituation als solche wahrgenommen wird, um sie gewaltfrei lösen zu können. Hilfreich kann auch ein Deeskalationstraining sein - vor allem bei Kindern und Jugendlichen, die Gewalt als Lösung bei Konflikten einsetzen.

Gipshöschen
In Lorenz-Stellung (90 Grad-Beugung und 90 Grad- Abspreizung) anmodellierter Gipsverband für den Beckengürtel, i.e.S. als etwa von den Brustwarzen bis an die Knöchel reichender Verband als sichere Behandlungsvariante der angeborenen Hüftluxation; geeignet auch bei einer Oberschenkelfraktur des Kindes.

Gleichgewichtssinn
Der Gleichgewichtssinn dient der Feststellung der Körperhaltung und Orientierung im Raum. Er hat sein Zentrum im Gleichgewichtsorgan in Innenohr und Kleinhirn, ist aber auch eng mit den Augen und anderen Sinnen sowie Reflexen verbunden.

Glutelin
Glutelin ist eine nicht wasserlösliche Getreideeiweißfraktion, die zusammen mit den Gliadinen das „Klebe-Eiweiß" Gluten in Weizen und anderen Getreiden bildet. Es ist reich an den Aminosäuren Glutamat und Prolin. (Der Gliadingehalt des Getreides ist die Ursache der sog. Glutenunverträglichkeit).

Grand-Mal-Epilepsie (tonisch-klonischer Anfall)
(grand mal, franz. = großes Übel)
Der G-M-Anfall ist wohl der bekannteste Anfall, verursachte die Bezeichnung „Krampfanfall". Er verläuft in mehreren Phasen: Aura - meist unbestimmtes „Vorgefühl" (sekundär generalisierter Anfall), Phase fehlt beim größten Teil der Patienten. Tonische Phase - sämtliche Muskeln des Körpers versteifen sich, der Patient stürzt, Abwehrreflexe fehlen, daher schwere Verletzung möglich, in einigen Fällen kommt es zum Zungenbiss, Dauer: meist Sekunden bis Sekundenbruchteile. Klonische Phase - abwechselnd ziehen Beuger und Strecker sich zusammen, es kommt zu rhythmischen Zuckungen im gesamten Körper (Arme, Beine, und z.B. Zunge, wodurch Schaum vor den Mund treten kann), u.U. laufen Lippen und Gesicht blau an, weil die Atemmuskulatur nicht ausreichend eingesetzt wird, Dauer: Sekunden bis meist unter drei Minuten. (Atonische Phase - anstelle der Tonuserhöhung kann es auch zum Tonusverlust führen, d.h. der Patient ist bewusstlos, schlaff und atmet nicht). Erholungsphase - Pat. Versinkt in einen Tiefschlaf, Dauer: Sekunden bis Stunden.

Gruppentherapie
In einer Gruppe durchgeführte therapeutische Behandlung, z.B. in der Psychtherapie, Krankengymnastik usw.