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Rechenschwäche
Rechenschwäche, auch Dyskalkulie genannt, ist eine Entwicklungsverzögerung im Hinblick auf das mathematische Denken. Die in dem Zusammenhang auftretenden Minderleistungen beziehen sich auf die arithmetischen Grundlagen wie Grundrechenarten, Dezimalsystem oder Zahlenbegriffe.

Regulationsstörung
Eine Regulationsstörung im Säuglingsalter ist die Schwierigkeit eines Babys, sein Verhalten in unterschiedlichen Situationen (z.B. Selbstberuhigung, Aufmerksamkeit, Schreien, Schlafen oder auch Füttern) in angemessener Art und Weise zu regulieren. Da Säuglinge ihr Verhalten ausschließlich in der Interaktion regeln können, d.h. im Austausch mit ihren Bezugspersonen, treten Regulationsstörungen oft im Zusammenhang mit Belastungen oder Störungen der frühen Eltern-Kind-Beziehung auf.

Rhythmus - Die Bedeutung zeitlicher Taktung

Schon die frühe Mutter-Kind-Interaktion ist ein wunderbares Beispiel zeitlicher Taktung (Stillrhythmus, Ruhen - Wach sein, Tag und Nacht)
Auch für die Entwicklung des mentalen Modells der Bindung bedarf es zeitlicher Zusammenhänge und der Gedächtnisfunktion der Objektkonstanz und Objektpermanenz. Dabei spielt die Erfahrung der sicheren Rückkehr der momentan abwesenden Bezugsperson eine besondere Rolle. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft spiegeln sich daher im mentalen Modell der Bindung wider. Das Phänomen der Passung zwischen wichtigen Bezugspersonen und Kindern ist auf die optimale emotionale Abstimmung gerichtet. Störungen des Zeittaktes und der Intensität wirken sich ungünstig auf die innere Ruhe des Kindes aus. Schon wenige Monate alte Säuglinge reagieren unmittelbar auf Äußerungen oder Verhaltensänderungen der Bezugsperson.
Die Vorhersehbarkeit von Reaktionen der Bezugsperson in rhythmisch wiederholten Tätigkeiten spielt offenbar eine Rolle für antizipatorische Leistungen. Diese Vorhersehbarkeit wirkt sich auch günstig auf die Selbstentwicklung aus - gibt Sicherheit und Verlässlichkeit. Regelmäßige Fütterzeiten, der Umgang mit Schlaf- und Ruheperioden des Säuglings und eine Gestaltung von Erfahrungsräumen, die den Zeitrhythmen von Kindern angemessen ist, haben eine positive Wirkung. Eine frühe Kindheitz, die durch Genervtheit der Bezugspersonen nur nach den Bedürfnissen der Erwachsenen gegliedert wird und auf die kindlichen Bedürfnisse wenig Rücksicht nimmt, wirkt sich ungünstig auf Bindungsentwicklung und Affektregulation aus. Wir müssen in die Zeitrhythmen von Kindern einsteigen, um sie zu erreichen! Wir müssen sozusagen auf die Rhythmen der Kinder eintakten.